Pädagogischer Tag 2011: EMG will gesünder werden
Merlin (r.) und Pardis aus der Stufe 13 versorgen das Kollegium mit gesunder Kost. Benjamin Bizer (l.) freut's
15.02.11 - Mit dem Schwerpunkt „Gesunde Schule“ hat am Montag der dritte Pädagogische Tag am Ernst-Mach-Gymnasium stattgefunden. Aufgeteilt auf insgesamt sieben Arbeitsgruppen entwickelte das Kollegium mit Hilfe externer Referenten Ansätze und Konzepte, das Leben am EMG für Schüler und Lehrer in verschiedener Hinsicht gesünder zu gestalten.
„Die Schulzeitverkürzung und die damit verbundenen organisatorischen Umstellungen stellen eine enorme Beanspruchung für Schüler und Lehrer dar. Gleichzeitig rückt die Zunahme des Nachmittagsunterrichts auch eine angemessene Ernährung immer mehr in unseren Verantwortungsbereich“, nennt Fortbildungskoordinatorin Vera Potthast die Gründe für die Schwerpunktsetzung. „Das Thema ‚Gesunde Schule' ist unserem Kollegium ein echtes Anliegen“, so Potthast.
Bereits geeignete organisatorische Maßnahmen können maßgeblich zur Stressreduzierung von Schülern und Lehrern beitragen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich unter intensiv mit der Veränderung des traditionellen 45-Minuten-Taktes in Richtung längerer Unterrichtseinheiten auseinandersetzte.
„Es gibt zwei verschiedene Alternativmodelle, die aus unserer Sicht wegen der geringeren Zahl von Lerngruppenwechseln für alle Beteiligen sinnvoll sind“, erläuterte der Stellvertretende Schulleiter Martin Welz, gleichzeitig Sprecher der Arbeitsgruppe. Beide Alternativen sollen nun dem Kollegium zur Prüfung vorgelegt werden, bevor es zu einer Umstellung kommt.
Mit einer Ist-Analyse von Ernährungsverhalten und -angebot am EMG arbeitete sich parallel dazu die von Thomas Knechten betreute Arbeitsgruppe an das Thema „Gesunde Schule“ heran. Das Team entwickelte eine Reihe von Maßnahmen, mit deren Hilfe Angebot und Konsum In Richtung „weniger Fleisch, weniger Fett, weniger Zucker“ verschoben werden soll.
„Wichtig ist, Schüler, Eltern, Kollegium, aber auch Kiosk- und Mensabetreibern mit ins Boot zu holen“, stellte Gruppensprecher Daniel Chmela klar. Als kleinen Vorgeschmack hatten einige Schüler der Jahrgangsstufe 13 die äußerst schmackhafte fleischlose Variante des Klassikers Chili con Carne (Chili sin Carne) zum Mittagessen für das komplette Kollegium vorbereitet.
Wie mit einfachen Mitteln selbst während des regulären Klassenzimmerunterrichts die Bewegungsaktivität von Schülern gesteigert werden kann, präsentierte Studienreferendarin Ulrike Höhn der Arbeitsgruppe „Bewegte Schule“. Die Integration von Bewegungselementen in Lernprozesse sowie die Einbeziehung auflockernder Bewegungsspiele, so genannter „Energizer“, erzielen eine Reihe ausschließlich positiver Lern- und Gruppeneffekte.
Stressprävention durch gezielten Einsatz von Stimme und Körpersprache stand bei der von Schauspieler Thomas Kunz moderierten Arbeitsgruppe im Mittelpunkt. Der ausgebildete Schauspieler gab in zahlreichen Übungen anschauliche Beispiele dafür, welche große Rolle der bewusste Einsatz der körpereigenen Kommunikationsmedien einnehmen kann.
Dass Kollegen untereinander entscheidende Hilfestellung bei der Bewältigung von Stress und Konflikten geben können, rief EMG-Lehrkraft Werner Kämper in Erinnerung. „Das reine Dampf ablassen wird bei einer strukturierten kollegialen Fallberatung in geordnete Bahnen gelenkt“, so Kämper. „Außerdem ist die Maßnahme gratis, auch für das Land NRW.“
Etwas abseits der zentralen Themenstellung arbeiteten zwei weitere Arbeitsgruppen an der Weiterentwicklung des EMG-Fahrtenkonzepts sowie einer Neuauflage des Schulvertrags. Dessen Inhalte sollen überarbeitet werden und wieder viel stärker ins Bewusstsein der Schüler gelangen. „Eine solche Vereinbarung muss von allen Mitgliedern der EMG-Familie gelebt werden“, sagte Gruppensprecher Daniel Knippertz.
Gregor Evers
